Die SS-Wachen

Die Bewachung war Aufgabe der SS (Schutzstaffel), genauer gesagt der SS-Totenkopf-Verbände. Dazu stellte das Stammlager Natzweiler Wachmannschaften ab. Zu ihrer Unterstützung wurden Teile einer aufgelösten Luftwaffeneinheit herangezogen. Insgesamt standen ca. 40 bis 50 Mann zur Bewachung der Häftlinge im Lager und bei Daimler-Benz zur Verfügung.


Leitung

Die Außenlager wurden von Kommandoführern geleitet. In der Friedrichschule war dies der SS-Hauptsturmführer Bernhard Waldmann, Chef der 3. Kompanie des I. Wachsturmbanns des KZ Natzweiler.

Im Dezember 1944 löste ihn der SS-Untersturmführer Heinrich Wicker ab.

Neben dem Kommandoführer existierte noch ein Schutzhaftlagerführer, der für den täglichen Betrieb verantwortlich war. Dies war der SS-Oberscharführer Christian Ahrens, von den Häftlingen "Faja" (polnisch: "Pfeife") genannt, weil er ständig Pfeife rauchte.

Die Führung des Außenlagers war der Kommandantur des KZ Natzweiler gegenüber verantwortlich. Wichtige organisatorische Vorgänge waren unmittelbar vom Stammlager zu regeln. Die Verwaltung des Außenlagers musste u. a. täglich die Belegungsstärke sowie Zahl und Arbeitsstunden der bei Daimler-Benz eingesetzten Häftlinge melden.


Häftlingsselbstverwaltung

Wie in den Stammlagern, wurde auch in Sandhofen eine Häftlingsselbstverwaltung mit Lagerältestem, einer Häftlingsschreibstube, Stubenältesten und Kapos aufgebaut. Zu Lagerältesten und Kapos wurden angebliche "Berufsverbrecher" bestimmt, die aus dem Stammlager Natzweiler kamen und zu einem Teil des Unterdrückungsapparats gemacht wurden. Diese bestimmten, in Absprache mit der Lagerleitung, die Blockältesten, die Stubenältesten und ihre im Lager bleibenden, nicht zur Arbeit ausrückenden Gehilfen, denen besondere Aufgaben übertragen wurden. Diese so genannten Funktionshäftlinge arbeiteten in der Küche, in der Schreibstube, im Krankenrevier, reparierten Schuhe oder Kleidung der Wachen und halfen bei der Vorratsbeschaffung, so dass sie sich neben der Befreiung von der Arbeit im Werk noch weitere Vorteile verschaffen konnten.

Zeitzeuge A. Voellnagel, ehemaliger Häftling am 25.11.1989:

Ungefähr 15 Mann waren im so genannten Lagerkommando beschäftigt: der Lagerälteste, drei Schreiber, drei Köche, Sanitäter, Stuben- und Wäschedienst. Ich selbst war zweiter Schreiber.