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Wehrmachtsaufträge für ein Musterunternehmen

Die Führung der Daimler-Benz AG verfügte schon vor 1933 über gute Kontakte zur NSDAP. Jakob Werlin, Filialdirektor in München und seit Oktober 1933 Vorstandsmitglied der Daimler-Benz AG, war der wichtigste Verbindungsmann zu Hitler und der NSDAP-Spitze. Man setzte bei Daimler-Benz frühzeitig auf die Karte Hitler und erhoffte sich von den umfassenden Motorisierungsplänen der Nationalsozialisten den Wiederaufschwung des in den 20er Jahren in Bedrängnis geratenen Unternehmens. Seit dem Frühjahr 1933 präsentierte sich Daimler-Benz in der Öffentlichkeit als NS-Musterunternehmen.

Die Rechnung ging auf: Das Unternehmen profitierte im PKW-Bereich von der Protektion durch NS-Größen und bekam große Wehrmachtsaufträge für den Bau von Lastwagen sowie Flugzeug- und Schnellbootmotoren.


Opel Blitz

Der Dreitonner-LKW Opel Blitz war nach einer Entscheidung des Reichsministers für Munition und Bewaffnung Albert Speer im Juni 1942 aus Rationalisierungsgründen als Nachbau im Mannheimer Daimler-Benz-Werk vorgesehen. Die Produktion lief in Mannheim jedoch erst im Juli 1944 an. Von Oktober 1944 bis zum März 1945 wurden die in Dachau ausgewählten polnischen KZ-Häftlinge vor allem bei der Motoren- und der Achsmontage eingesetzt. Sie sollen helfen, die geplanten 16.900 Fahrzeuge zu fertigen. Bis Februar 1945 wurden jedoch lediglich 2.425 hergestellt. Nach Kriegsende wurden Lastwagen des Typs Opel Blitz noch bis 1948 im Auftrag der amerikanischen Militärverwaltung in Mannheim gebaut.

(Siehe Zwangsarbeiter in Mannheim)


Hinrichtung des Marian Krainski

Am Morgen des 4. Januar 1944 wurde Marian Krainski vor den Augen einiger seiner Kameraden sowie in Anwesenheit von Angestellten des Daimler-Benz-Werks Mannheim, SS-Leuten und Zuschauern aus der Umgebung, darunter zahlreiche Kinder, auf dem Schulhof der heutigen Gustav-Wiederkehr-Schule gehenkt. Er war der Sabotage beschuldigt worden. Dies war nach Berlin an das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt berichtet worden. Von dort kam dann ohne weitere Untersuchung der Hinrichtungsbefehl.

(Siehe Hinrichtung des Marian Krainski)